Als wesentliche Ursache für die Entwicklung eines ADHS gilt eine fehlerhafte Informationsverarbeitung im Gehirn. Der "Systemfehler" hängt mit einer Störung im Hirnstoffwechsel zusammen. Betroffen ist der Nerven-Botenstoff Dopamin, der für die Weiterleitung von Informationen und Reizen zwischen den Nervenzellen zuständig ist.
Bei Kindern mit ADHS ist der Dopaminstoffwechsel verändert. Es kommt zu einer Reizüberflutung: Ständig neue Reize und Impulse stören die Aufmerksamkeit und Konzentration.
Wie sich die Erkrankung letztendlich ausprägt, ist jedoch sehr stark von den jeweiligen Umgebungsbedingungen und Familienverhältnissen abhängig. Eine strukturierte und liebevolle Umgebung wirkt günstig auf den Verlauf und die Ausprägung des ADHS. Ein ungeordneter Tagesablauf, Vernachlässigung, chaotische unzuverlässige Beziehungen oder belastende Lebensereignisse können bei anfälligen Kindern auslösend oder verstärkend wirken. Ist allerdings die vererbte Anfälligkeit sehr stark ausgeprägt, so entwickelt sich in jedem Fall ein ADHS.
Dr. med. Christa Kappler,
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Dietrich Reinhardt,
ehem. Direktor des Dr. von Haunerschen Kinderspitals, Universität München
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19.11.2008, aktualisiert am 05.09.2011
Bildnachweis: W&B/Angelika Jakob
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